März 27, 2008

Schön is Programm

nein ich rede nicht von den neuesten Botoxanwendungen aus Hollywood, sondern von Büchern, besser gesagt von Kunst- bzw. Fotografiebüchern, die man in Berlin bei „Bildschöne Bücher“ bewundern kann.

Ein Buchladen, dessen Konzept darin besteht die Cover der Bücher wie Bilder auszustellen ist jetzt vielleicht nicht gerade die bahnbrechende Neuigkeit (wenn ich auch zugeben muss, dass mehrere Buchhandlungen nach dem Prinzip „less is more“ gehen könnten), aber die Geschichte dieses Buchladens lässt das Ganze zur Story werden.

Entstanden ist Laden nämlich aus dem Internet. Die bahnbrechende Seite 25 Books  wurde zu einem solchen Erfolg, dass sich der Betreiber dachte, man könnte das haptische Erlebnis doch oben draufpacken und eröffnete den Buchladen plus Galerie in der Brunnenstraße. Mittlerweile gibt es den passenden Verlag sowie eine Agentur, die das ästhetische Portfolio abrunden.

Dem geneigten Leser sei das kurze Filmchen bei Monocle ans Herz gelegt .

Wie schön, dass die Buchhandlung laut googlemaps nur 12 Minuten entfernt liegt.
 

Bis die Tage

Birte

März 19, 2008

Der Feind in meinem Blog?

Die Meinungsfreiheit ist ja so eine Sache. Zu viel davon in den falschen Händen, und man hat Kommentare auf der Seite, für die das Wort „rassistisch“ noch milde ist. Ob man jedoch, wie die Süddeutsche Zeitung mit einer unglaublichen Begeisterung (Die neue Idiotae Web 0.0 ), den “Loser Generated Content”  mit dem Hinweis auf „internetvictims“ ausrufen muss und sich wieder nach alten Eliten sehnt, sei dahingestellt.

Da selbst Blogger teilweise dazu neigen ihre Kommentarfunktion zu sperren oder wie Stefan Niggemeier es dem Leser überlassen, ob er sich die Many-to-many-Kommunikation zu Gemüte führen will, ist die Frage nach einem neuen Handling mit der Kommentare durchaus berechtigt.

Nur: Wie weit soll diese „Zensur“ gehen? Löscht man unliebsame Kommentare, weil sie den Journalisten hart angreifen, oder greift man erst ein, wenn es zu offenen Verleumdungen und juristisch schwierigen Meinungen (schließlich haftet der Blogger für die Kommentare seiner Leser) kommt?

Wo hört Meinungsfreiheit auf und fängt Persönlichkeitsschutz an? Bevor alle auf das Web 2.0 wettern und dem „Plebs“ gute Qualität von vorneherein absprechen, sollte man sich in einer ruhigen Minute klar werden, dass dieses Problem nun wahrlich keines des Internets ist. Die Boulevardpresse kennt dieses Thema zu genüge und das Bundesverfassungsgericht musste bisher nicht nur bei Klagen von Prinzessinnen ein Machtwort sprechen.
 

Irgendwie wird man sich auch in der Welt des „Mitmachnetz“ einigen. Sei es über eine Netiquette, die einen gewissen Wertkonsens garantiert oder man leistet sich einen „Readers Editor“, der die Kommentare erst einmal scannt, bevor sie „on air“ gehen. Wozu man sich auch immer entschließt: eine Rückkehr zu einem kommentarlosen Internet erinnert mich dann doch zu sehr an ungute Zensur.

 

Birte   

März 12, 2008

Sex sells

mit diesem Aufmacher werde ich vermutlich mehr Klicks generieren, als bei anderen Einträgen. Mehr bekäme ich vielleicht mit „digitale Lust“, aber dann würde ich von anderer Seite Probleme bekommen.

Dem Online-Journalisten-Ego tut’s auf jeden Fall gut, wenn der eigene Artikel in der Gunst des Lesers steigt, denn das bekommt er unmittelbar mitgeteilt und hat in der nächsten Redaktionssitzung eine Sorge weniger.

Kulturkritiker unter uns, können ihren Ärger jedoch schon vorzeitig runterschlucken, denn in Zukunft, so ein sehr lesenswerter Artikel in der ZEIT , werden sich die Werbeeinahmen nicht mehr an den reinen Klicks orientieren, sondern laut den Marktforschern Nielsens Netratings, an der Verweildauer des Lesers.

Eigentlich ist das alles andere als verwunderlich, denn wer klickt auf Bildstrecken mit dem Titel „Die heißesten Frauen“? Der potenzielle BMW-Käufer? Vielleicht, aber vermutlich wird dieser doch eher bei langen Textstrecken zu finden sein, und die generieren nun einmal wenig Klicks, aber eine hohe Verweildauer.

Für den User ist dieses Umdenken allemal von Nutzen, denn nichts ist nerviger, als eine „klick-geil“ aufgebaute Seite, bei der nicht der Ansatz eines Leseflusses aufkommt.
 

Viel Spaß beim Eintauchen in eine nicht-klickbare Literatur wünscht:

Birte  

März 12, 2008

Der Leser als Lektor,

 

das Netz wird ja meist als Distributionskanal genutzt (siehe amazon). Seitdem wir aber, wie ich kürzlich auf einer Konferenz gelernt habe, in der Recommendation-Generation leben, wird alles, was der Mensch braucht gerankt und empfohlen (siehe del.icio.us, holidaycheck, qype etc.).

Noah Wardrip-Fruin, Assistenz- Professor für Kommunikation an der University of California in San Diego, geht einen Schritt weiter, indem er Teile des Manuskripts von seinem Buch „Expressive Processing: Digital Fictions, Computer Games, and Software Studies“ auf dem Blog von „Grand Text auto“ stellt und diese von den Lesern kommentieren lässt, also eine “blog-based peer review” startet. Diese vergleicht er dann mit den traditionellen Vorkritiken und überarbeitet daraufhin sein Manuskript.

Für wissenschaftliche Bücher könnte dieses Vorgehen sicherlich bald zum Standardprogramm werden. Sobald das richtige Blog für die Zielgruppe gefunden wird, finden sich auch die Spezialisten zu diesem Thema und die wissen vieles einfach besser, als die herkömmlichen Lektoren.

Auch wenn ich nicht glaube, dass sich dieses Prinzip auch auf die Belletristik übertragen lässt, ziehe ich meinen Hut vor diesem Experiment.

März 12, 2008

Wie viele Communities braucht der Mensch?

 

Ich bemühe mich ja redlich in der Welt des Web 2.0 zu bestehen. Ich lese täglich Blogs, bin in einigen Communities meines Vertrauens und lasse mich schnell von neuen kleinen Spielereien begeistern. Aber ich steige einfach nicht mehr durch.

Braucht man einen Zugang zu Facebook, StudiVZ (SchülerVZ und seit gestern meinVZ), Xing und Lokalisten? Oder anders gefragt: Wo ist denn da der Unterschied?

Diese „alles in allem Communities“, bei denen es hauptsächlich darum geht, möglichst viele „Kontakte“ zu haben (Ob man hier wirklich noch von sozialen Kapital sprechen kann, sei dahingestellt) sind mir jedenfalls hoch suspekt.

Da werden Beziehungen öffentlich bis zum Heiratsantrag ausgetragen, man sieht Bilder von der Oma, die das vielleicht gar nich so dolle findet und schreibt sich in die Gruppe „Ich glühe härter vor, als du Party machst“ ein, auf das der zukünftige Arbeitgeber gleich weiß, was er sich ins Haus holt. Dem Voyeur sind keine Grenzen gesetzt und es ist besser als Fernsehen. Als Sahnehäubchen oben drauf gibt’s dann auch noch personalisierte Werbung.

Einerseits schimpfen alle auf Google und seine Machenschaften und gleichzeitig tragen wir unser Leben ganz ungeniert und für jedermann zur Schau.

Verkehrte Welt, aber irgendwie auch eklig schön.

März 12, 2008

Das Booktop?

Nachdem ich jetzt schon seit längerer Zeit das Thema Amazon und der „Kindle“ vor mir her trage, möchte ich heute doch nach anderen Meinungen fragen. Nachdem der Beitrag von Newsweek ja eher eine Werbesendung (so als Dankesrede?), als ein journalistischer Beitrag war, is man ja auch noch nich schlauer, was das „Lesegerät“ denn nun wirklich kann (außer immens viel kosten, so um die 400).

Ganz wie das Buch is es leise und einigermaßen beständig (immerhin 30 Stunden), aber mal ehrlich: Das Ding is scheußlich wie nix. Da ist mir doch jedes Buch lieber.

Neben diesem Designhorror verdirbt das E-Book leider komplett die Buchpreise, da es Hardcover-Neuerscheinungen bereits für schlappe 9,99 $ zum download gibt. Hoffentlich sind das nur Catching-Preise

Mein Link der Woche kommt dieses Mal aus Slovenien, dort gibt es eine Community, in der sich alles um das gute alte Buch dreht, egal ob online, oder auf Papier

Wünsche Euch viel Spaß beim Seitenumblättern (das kann Kindle dann doch nich)

Birte