März 12, 2008...2:17

Der Leser als Lektor,

Jump to Comments

 

das Netz wird ja meist als Distributionskanal genutzt (siehe amazon). Seitdem wir aber, wie ich kürzlich auf einer Konferenz gelernt habe, in der Recommendation-Generation leben, wird alles, was der Mensch braucht gerankt und empfohlen (siehe del.icio.us, holidaycheck, qype etc.).

Noah Wardrip-Fruin, Assistenz- Professor für Kommunikation an der University of California in San Diego, geht einen Schritt weiter, indem er Teile des Manuskripts von seinem Buch „Expressive Processing: Digital Fictions, Computer Games, and Software Studies“ auf dem Blog von „Grand Text auto“ stellt und diese von den Lesern kommentieren lässt, also eine “blog-based peer review” startet. Diese vergleicht er dann mit den traditionellen Vorkritiken und überarbeitet daraufhin sein Manuskript.

Für wissenschaftliche Bücher könnte dieses Vorgehen sicherlich bald zum Standardprogramm werden. Sobald das richtige Blog für die Zielgruppe gefunden wird, finden sich auch die Spezialisten zu diesem Thema und die wissen vieles einfach besser, als die herkömmlichen Lektoren.

Auch wenn ich nicht glaube, dass sich dieses Prinzip auch auf die Belletristik übertragen lässt, ziehe ich meinen Hut vor diesem Experiment.

Leave a Reply