März 19, 2008...2:17 Uhr nachmittags

Der Feind in meinem Blog?

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Die Meinungsfreiheit ist ja so eine Sache. Zu viel davon in den falschen Händen, und man hat Kommentare auf der Seite, für die das Wort „rassistisch“ noch milde ist. Ob man jedoch, wie die Süddeutsche Zeitung mit einer unglaublichen Begeisterung (Die neue Idiotae Web 0.0 ), den “Loser Generated Content”  mit dem Hinweis auf „internetvictims“ ausrufen muss und sich wieder nach alten Eliten sehnt, sei dahingestellt.

Da selbst Blogger teilweise dazu neigen ihre Kommentarfunktion zu sperren oder wie Stefan Niggemeier es dem Leser überlassen, ob er sich die Many-to-many-Kommunikation zu Gemüte führen will, ist die Frage nach einem neuen Handling mit der Kommentare durchaus berechtigt.

Nur: Wie weit soll diese „Zensur“ gehen? Löscht man unliebsame Kommentare, weil sie den Journalisten hart angreifen, oder greift man erst ein, wenn es zu offenen Verleumdungen und juristisch schwierigen Meinungen (schließlich haftet der Blogger für die Kommentare seiner Leser) kommt?

Wo hört Meinungsfreiheit auf und fängt Persönlichkeitsschutz an? Bevor alle auf das Web 2.0 wettern und dem „Plebs“ gute Qualität von vorneherein absprechen, sollte man sich in einer ruhigen Minute klar werden, dass dieses Problem nun wahrlich keines des Internets ist. Die Boulevardpresse kennt dieses Thema zu genüge und das Bundesverfassungsgericht musste bisher nicht nur bei Klagen von Prinzessinnen ein Machtwort sprechen.
 

Irgendwie wird man sich auch in der Welt des „Mitmachnetz“ einigen. Sei es über eine Netiquette, die einen gewissen Wertkonsens garantiert oder man leistet sich einen „Readers Editor“, der die Kommentare erst einmal scannt, bevor sie „on air“ gehen. Wozu man sich auch immer entschließt: eine Rückkehr zu einem kommentarlosen Internet erinnert mich dann doch zu sehr an ungute Zensur.

 

Birte   

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